STEOP – Studieneingangsphase

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Die neue Studieneingangs- und Orientierungsphase (STEOP), die seit WS 2011/12 in Kraft ist, hat ihr Ziel, eine „Orientierung“ für die Studierenden zu ermöglichen, völlig verfehlt. Sie wird über Knock-Out Prüfungen dazu missbraucht, Studierende hinaus zu prüfen und stellt somit eine versteckte Zugangsbeschränkung an den Hochschulen dar. (mehr zum Thema Zugangsbeschränkungen)

Aktuelle Regelung

In der STEOP wird den Studierenden kaum Orientierung geboten, denn die sind keine Möglichkeiten vorgesehen, tatsächlich an den Universitäten verschiedene Studien kennenzulernen. Die neue Eingangsphase wird lediglich dazu genutzt, die Studierendenzahlen durch eine geringe Anzahl an Prüfungsantrittsmöglichkeiten zu senken. Gesetzlich können Prüfungen der Studieneingangsphase gemäß § 66 (1a) UG 02 nur mehr einmal wiederholt werden. Nur auf Kulanz einzelner Universitäten hin kann zumindest eine zweite Wiederholung gewährt werden. Bestehen Studierende diese Prüfungen nicht, werden sie vom betroffenen Studium ausgeschlossen. Bedenkt man, dass gerade zu Studienbeginn die Durchfallsquoten schon jetzt extrem hoch sind (oft über 80 %) stellt dieses Gesetz nun die Legalisierung von Knock-Out Phasen dar.

Die STEOP „regelt“ den Zugang also nicht, sondern beschränkt ihn ebenso wie es andere Hürden tun. Ob Zugangsregelung oder Zugangsbeschränkung – das ist nur ein Wortspiel, mit dem versucht wird schönzureden, was tatsächlich dahintersteckt: junge Menschen werden von den Hochschulen gedrängt und vom Studium ferngehalten. Auch in der ÖH-Bundesvertretung engagiert sich der VSStÖ daher auf verschiedenen Ebenen für eine faire Orientierungsphase ein. Mit Projekten wie “Watch-STEOP” sammeln wir Erfahrungsberichte von Studierenden und setzen uns bei den politisch Verantwortlichen dafür ein, die aktuelle STEOP zu entschärfen. Wenn auch du Fragen oder Probleme in deiner STEOP hast, dann meld’ dich bei uns!

Verpflichtende Studienberatung

Seit längerem versucht die Regierung eine “verpflichtende Studienberatung” einzuführen. Wann sie genau kommt, ist immer noch nicht klar. Grundsätzlich ist die Idee einer breiteren und intensiveren Beratung und Information angehender Studierender zu begrüßen. Der verpflichtende Charakter sowie die geplante Ausgestaltung sind aber abzulehnen. Eine zweistündige „Studienberatung“ in einer Gruppe mit 20 Teilnehmer_innen wird für die Orientierung junger Menschen keinen entscheidenden Beitrag leisten, sondern nur eine weitere Zugangshürde darstellen. Vielmehr müsste hier eine echte Beratung langfristig und bereits in der Schule institutionalisiert werden.

VSStÖ: echte Orientierung statt Knock-Out

Der VSStÖ hat in den vergangenen Jahren ein Konzept zu einer echten Orientierungsphase entwickelt, das eine wirkliche Orientierung ermöglicht und somit die Wahl des Studiums aufgrund von tatsächlichem Interesse zulässt. Wichtig ist besonders eine fundierte Beratung, die bereits in der Schule ansetzt. Mit den entsprechenden zusätzlichen finanziellen Mitteln wäre der Ausbau der Schüler_innen- und Maturant_innenberatung der ÖH-Bundesvertretung eine Möglichkeit dafür. Dadurch haben Maturant_innen schon vor Studienbeginn einen Überblick über die Studienvielfalt und können bei der Studienwahl unterstützt werden. In einer einsemestrigen Orientierungsphase soll es Studienanfänger_innen dann möglich sein, Lehrveranstaltungen aus verschiedenen Studien (an verschiedenen Universitäten) zu besuchen, um vor einer endgültigen Entscheidung die konkreten Inhalte besser kennenzulernen. Die bereits absolvierten Lehrveranstaltungen sollen dann auf das gewählte Studium anrechenbar sein – also ein Blick über den Tellerrand zu Beginn des Studiums. Außerdem müssen Studienwechsel ohne Beihilfenverlust ermöglicht werden. Das ganze Modell des VSStÖ gibts hier.

Hier findest du Informationen zu den ersten Schritten im Studium

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