Soziale Selektion

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Jede Studierenden-Sozialerhebung zeigt es aufs Neue: Der studentische Alltag ist viel zu oft von Arbeit, finanziellen Sorgen und psychischen Problemen geprägt. Und hier sind jene, die es sich nicht leisten können zu studieren, und jene, die vom österreichischen Bildungssystem “aussortiert” wurden, nicht mehr dabei.

Im Jahr 2009 arbeiten 62 Prozent, der Anteil der Studierenden, die während des gesamten Semesters einer Beschäftigung nachgehen, beträgt 45 Prozent. Es überrascht daher nicht, dass auch die Anzahl der Stunden, die ein angehender Akademiker seinem Beruf widmet, zugenommen hat. Wöchentlich arbeiten Studierende 19,7 Stunden. All diese Zahlen steigen stetig an. Darunter leidet zweifelsohne das Studium. Dabei sind es vor allem Studierende aus schwächeren sozialen Schichten, die im Vergleich zu ihren Kolleginnen & Kollegen mehr arbeiten müssen. Dieser Umstand bleibt während der gesamten Studienlaufbahn bestehen. Auch die Dropout-Quote ist unter Studierenden aus sozial schwächeren Schichten ist höher, genauso wie ihr Anteil an den Studierenden insgesamt unverhältnismäßig niedrig ist, und noch dazu weiter abnimmt.

Die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) bestätigt Österreich immer wieder, dass vor allem sozioökonomische Status der Eltern darüber entscheidet, ob ein_e Schüler_in ein Hochschulstudium aufnimmt oder nicht.

Der VSStÖ setzt sich daher für eine umfassende Reform des Bildungssystems, weg von der frühen Selektion, hin zur Ganztags- und Gesamtschule, ein. Es ist erwiesen dass diese Schulform den sozialen Ausgleich fördert, während Österreichs aktuelles System die bestehenden Verhältnisse festigt. Der VSStÖ hat ein Konzept für ein Grundstipendium erarbeitet, dass das löchrige und in vieler Hinsicht katastrophale Stipendiensystem Österreichs ersetzten soll.

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