Studieren mit Kind

[EXPAND Kindergeld]

Im Gegensatz zum früheren Karenzgeld ist das Kinderbetreuungsgeld keine Versicherungsleistung. Die vorangegangene Berufstätigkeit ist somit nicht mehr notwendig – allerdings ist der Bezug des Kindergeldes an bestimmte Voraussetzungen gebunden:

  • das Kind muss im selben Haushalt wohnen
  • für das Kind wird Familienbeihilfe oder eine gleichartige ausländische Leistung bezogen
  • die Einkommensgrenze von 16.200 Euro (oder maximal 60% des bisherigen Einkommens) pro Jahr wird nicht überschritten
  • Eltern und Kind haben ihren Lebensmittelpunkt in Österreich und halten sich rechtmäßig in Österreich auf bzw. sind nach §8 Asylgesetz subsidiär schutzbedürftig und erwerbstätig

Darüber hinaus müssen die Mutter-Kind-Pass-Untersuchungen bis zum 18. Lebensmonat nachgewiesen werden – ansonsten steht ab dem 21. Lebensmonat des Kindes nur mehr das halbe Kindergeld zu.

Die Einkommensgrenze von 16.200 Euro bezieht sich auf die Bruttoeinkünfte über das ganze Kalenderjahr. Wer über die Grenze kommt, verliert nicht das gesamte Kindergeld, sondern es muss nur der Teil, der zuviel verdient wurde, zurückgezahlt werden.

Achtung: Wenn der Anspruch auf Kindergeld nicht das ganze Jahr über besteht, verringert sich die Einkommensgrenze aliqout – besteht nur zB 6 Monate Anspruch auf Kindergeld, beträgt die Einkommensgrenze (16.200 /12) x 6 = 8.100 Euro!

Anspruchsdauer & Höhe

Es gibt fünf Modelle zur Auswahl, aus denen frei gewählt werden kann:

12+2 Monate
Das Kinderbetreuungsgeld beträgt 1.000 Euro monatlich und wird bis zum vollendeten 12. Lebensmonat des Kindes gewährt (wenn beide Eltern in Karenz gehen, bis zum 14. Lebensmonat).

15+3 Monate
Das Kinderbetreuungsgeld beträgt 800 Euro monatlich und wird bis zum vollendeten 15. Lebensmonat des Kindes gewährt (wenn beide Eltern in Karenz gehen, bis zum 18. Lebensmonat).

20+4 Monate
Das Kinderbetreuungsgeld beträgt 624 Euro monatlich und wird bis zum vollendeten 20. Lebensmonat des Kindes gewährt (wenn beide Eltern in Karenz gehen, bis zum 24. Lebensmonat).

30+6 Monate
Das Kinderbetreuungsgeld beträgt 436 Euro monatlich und wird bis zum vollendeten 30. Lebensmonat des Kindes gewährt (wenn beide Eltern in Karenz gehen, bis zum 36. Lebensmonat).

Einkommensabhängig
Das Kinderbetreuungsgeld beträgt 80% des letzten Nettoeinkommens (mindestens 1.000 Euro und maximal 2.000 Euro) und wird bis zum vollendeten 12. Lebensmonat des Kindes gewährt (wenn beide Eltern in Karenz gehen, bis zum 14. Lebensmonat). Es ist erlaubt, neben dem Bezug des Kinderbetreuungsgeldes geringfügig zu arbeiten (monatlicher Maximalverdienst: 405,98 Euro, Stand 2015).

Bezieher_innen von Kindergeld sind automatisch krankenversichert und für Kindererziehungszeiten ab dem 1.1.2005 auch pensionsversichert.

Migrant_innen

Eltern und Kinder, die weder österreichische Staatsbürger_innen noch asylberechtigt sind, müssen sich nach den §§ 8 und 9 des Aufenthaltsgesetzes (NAG) rechtmäßig in Österreich aufhalten. Da die Ausstellung entsprechender Dokumente längere Zeit dauern kann, kommt es immer wieder zu Problemen bei der Auszahlung des Kindergeldes.

Außerdem wurde die Praxis bei der Umsetzung dieser Bestimmung immer wieder geändert („Kindergeld-Erlass“). Aufgrund dieser Unsicherheiten empfehlen wir aktuelle Informationen bei Beratungsstellen für MigrantInnen einzuholen.

Beantragung
Beantragt wird das Kindergeld bei der zuletzt zuständigen Krankenkasse. Bezieherinnen von Wochengeld erhalten automatisch Kindergeld. [/EXPAND]

[EXPAND Wochengeld]

Anspruch auf Wochengeld haben weibliche Erwerbstätige während der Mutterschutzfrist. In dieser Frist besteht ein absolutes Beschäftigungsverbot. Sie beginnt 8 Wochen vor der voraussichtlichen Geburt und endet 8 Wochen nach der Geburt des Kindes:

  • bei laufendem Dienstverhältnis (wobei das Dienstverhältnis mind. einen Tag vor und einen Tag nach Beginn der Mutterschutzfrist bestehen muss)
  • bei laufendem Bezug von Arbeitslosengeld oder Notstandshilfe

Bei einer Früh-, Mehrlings- oder Kaiserschnittgeburt wird die Frist nach der Geburt auf 12 Wochen verlängert.

Ausnahmeregelungen

Arbeitnehmerinnen, die während eines Arbeitsverhältnisses oder während des Bezugs einer Leistung aus der Arbeitslosenversicherung schwanger werden, erhalten Wochengeld, wenn das Arbeitsverhältnis bzw. der Bezug vor Beginn der Schutzfrist endet und mindestens 3 Kalendermonate ununterbrochen gedauert hat. Das Dienstverhältnis darf jedoch nicht durch eine Kündigung durch die Dienstnehmerin, einen unberechtigten vorzeitigen Austritt, eine verschuldete Entlassung oder eine einvernehmliche Lösung geendet haben.

Die Voraussetzung von mindestens 13 Wochen bzw. drei Kalendermonaten entfällt, wenn die Versicherte in den letzten 36 Monaten vor dem Ende des Arbeitsverhältnisses bzw. des Leistungsbezugs 12 Monate Pflichtversicherung aufweisen kann.

Höhe

Die Höhe entspricht dem durchschnittlichen Nettoverdienst der letzten 3 Kalendermonate bzw. 13 Wochen zuzüglich eines Zuschlages für auf diesen Zeitraum entfallende Sonderzahlungen. Schwangere, die zu Beginn der Schutzfrist Arbeitslosengeld oder Notstandshilfe bezogen haben, erhalten 180 % des jeweiligen letzten Bezugs.

Beantragung

Der Antrag ist bei der zuständigen Krankenkasse einzureichen. Benötigt wird eine ärztliche Bestätigung sowie eine Arbeits- und Entgeltbestätigung des_der Arbeitgebers_in. Falls du vor der Schutzfrist Arbeitslosengeld, Notstandshilfe, oder Kinderbetreuungsgeld bezogen hast, brauchst du eine „Mitteilung über den Leistungsanspruch“. [/EXPAND]

[EXPAND Studienbeihilfe für Studierende mit Kind/ern]

Höhe der Studienbeihilfe

Die Studienbeihilfe für Studierende mit Kind/ern wird genau gleich berechnet wie für Studierende ohne Kind/er (siehe Kapitel: Studienbeihilfe). Studierende mit Kind/ern erhalten jedoch einen Zuschuss von 67 Euro pro Kind und Monat zur Studienbeihilfe. Bei Geburt eines Kindes ist – um in den Genuss dieser Vorteile zu kommen –  ein Abänderungsantrag bei der Studienbeihilfenbehörde notwendig.

Freibeträge und Altersgrenzen

Grundsätzlich kannst du bei Studienbeihilfenbezug 10.000 Euro pro Jahr dazuverdienen, ohne dass sich die Studienbeihilfe schmälert. Pro Kind zwischen 0 und 6 Jahren, für das du während des Studiums Unterhalt leisten musst, steht allerdings ein zusätzlicher Freibetrag in der Höhe von 2.762 Euro pro Jahr zu – das heißt, die Einkommensgrenze verschiebt sich um diesen Betrag nach oben. Die Altersgrenze kann um bis zu 5 Jahre (2 Jahre pro Kind) angehoben werden.

Verlängerung der Anspruchsdauer

Wenn du Studienbeihilfe beziehst und während der Anspruchsdauer ein Kind bekommst/erziehst, verlängert sich die Anspruchsdauer auf Studienbeihilfe, da du an der Studiertätigkeit gehindert wirst.

Für die Pflege und Erziehung eines Kindes bis zum 6. Lebensjahr verlängert sich die Anspruchsdauer (wenn eine gesetzliche Verpflichtung vorliegt) um max. 2 Semester pro Kind. Die Zeiten der Pflege und Erziehung eines Kindes können nur dann geltend gemacht werden, wenn eine gesetzliche Verpflichtung dazu besteht. Für Väter unehelicher Kinder trifft dies im Normalfall nicht zu. Durch eine Schwangerschaft wird die Anspruchsdauer um ein Semester verlängert.

Der günstige Studienerfolg (nach den ersten zwei Semestern) muss aber trotz Schwangerschaft oder Kindererziehung nachgewiesen werden können, damit Anspruch auf Studienbeihilfe besteht.

Wochen-, Karenz- und Kindergeld gelten als Einkommen im Sinne des Studienförderungsgesetzes, das heißt, auch sie können – wenn gesamt zviel verdient wird – die Studienbeihilfe reduzieren.

Grundsätzlich musst du (ausgenommen Selbsterhalter_innen) dein Studium vor dem 30. Lebensjahr beginnen um Studienbeihilfe beziehen zu können. Für Studierende, die Kinder erziehen müssen, kann diese Altersgrenze um maximal 2 Jahre pro Kind – insgesamt um max. 5 Jahre (also bis zum 35. Lebensjahr) –  angehoben werden.

Studiengebühren

Studierende (Österreicher_innen, EWR-Bürger_innen und Gleichgestellte), die während des Semesters zumindest zwei Monate durch Schwangerschaft am Studium gehindert waren oder sich überwiegend der Betreuung ihrer Kinder im Alter von 0 bis 7 Jahren widmen, haben auch bei Überschreitung der vorgesehenen Studiendauer keine Studiengebühren zu zahlen. In diesen Fällen ist ein Antrag auf Erlass zu stellen (siehe Studiengebühren).[/EXPAND]

[EXPAND Weitere Unterstützungsleistungen]

Kinderbetreuungsbeihilfe

Zur Erleichterung der Aufnahme einer Beschäftigung gewährt das Arbeitsmarktservice aus Mitteln der Arbeitsmarktförderung unter bestimmten Voraussetzungen Beihilfen zur Kinderbetreuung. Die Beihilfe wird jeweils für ein halbes Jahr gewährt. Der Antrag muss vor Arbeitsaufnahme und vor Unterbringung des Kindes in der Betreuungseinrichtung beim zuständigen Arbeitsmarktservice gestellt werden.

Studienunterstützung des Wissenschaftsministeriums

Wer einen günstigen Studienerfolg nachweisen kann und eine soziale Notlage durchlebt oder durchlebt hat, kann um Gewährung einer Studienunterstützung zum Ausgleich von studienbezogenen Kosten beim BMWF ansuchen. Sie wird ausschließlich österreichischen oder diesen im Sinne des Studienförderungsgesetzes 1992 gleichgestellten ausländischen Staatsangehörigen gewährt. Der Studienabschluss darf höchstens 2 Semester zurückliegen. Eine Notlage kann sich zum Beispiel daraus ergeben, dass die Studienbeihilfenbehörde die zugesprochene Studienbeihilfe falsch berechnet hat.

Auf die Studienunterstützung besteht kein Rechtsanspruch.

Nähere Informationen:
Bundesministerium für Wissenschaft und Forschung
Abteilung Studienförderung
Minoritenplatz 5, 1010 Wien
Tel. 01/53 120

Familienhärtenausgleichfonds

Wenn Familien unverschuldet in eine existenzbedrohende Notsituation geraten sind, kann der Familienhärtefonds des Sozialministeriums helfen. Die Notlage muss durch ein besonderes Ereignis ausgelöst worden sein. Zum Beispiel durch einen Unfall, eine Naturkatastrophe etc. Bevor dieser Fonds etwas auszahlt, müssen andere gesetzliche Unterstützungen (wie z.B. Sozialhilfe) angesprochen werden.

Nähere Infos:
Bundesministerium für Arbeit, Soziales und KonsumentInnenschutz
Franz-Josefs-Kai 51, 1010 Wien
Tel: 01/71100-3420

Zuschuss zu den Kinderbetreuungskosten durch Mittel des europäischen Sozialfonds

Studierende Eltern, die an einer Universität, Universität der Künste oder Fachhochschule studieren und ein mindestens zwei Monate dauerndes Berufspraktikum im In- oder Ausland absolvieren, können bei sozialer Förderungswürdigkeit nach Maßgabe der Richtlinien Kostenzuschüsse für die Kinderbetreuung erhalten. Diese Förderung wird aus Mitteln des Bundesministeriums für Wissenschaft und Forschung und des Europäischen Sozialfonds (ESF) finanziert. Zu beantragen ist diese Unterstützung bei der ÖH. Es besteht darauf kein Rechtsanspruch.

Kinderbetreuungszuschuss bei Studienabschluss

Wer sich in der Abschlussphase seines Studiums befindet und für Kinder zu sorgen hat, kann bei der zuständigen Stipendienstelle einen Kinderbetreuungszuschuss beantragen.

Der Zuschuss zur Finanzierung der Kinderbetreuungskosten richtet sich nach den tatsächlichen Ausgaben. Er beträgt höchstens € 150,– je volles Monat, in dem das Kind während des Studiums gegen Entgelt betreut wurde. Die Auszahlung erfolgt gegen Nachweis der Kosten aber erst im Nachhinein. Es besteht kein Rechtsanspruch.

Kinderzuschuss
Für sozial schwächer gestellte Familien. Der Zuschuss beträgt 145,35 Euro pro Monat und Kind für die Dauer der ersten 12 Lebensmonate. Der Antrag muss binnen des ersten Lebensjahrs gestellt werden und ist einkommensabhängig.

Nähere Infos und das Antragsformular dazu findest du beim Amt der Steiermärkischen Landesregierung.

Sozialfonds & Sozialtopf

 

Für alle Studierenden, die Mitglied der ÖH sind und sich in einer besonderen finanziellen Notlage befinden, besteht die Möglichkeit eine einmalige Unterstützung aus diesem Sozialfonds zu erhalten. [/EXPAND]

Fragen zu Beihilfen &Co? Stell sie uns, wir helfen dir weiter!

WordPress.org

© 2010 VSStÖ Graz - Business WordPress Theme by ThemeShift