Barrierefreiheit

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Student_innen werden in ihrem Studium täglich mit Barrieren konfrontiert, wie etwa  Zugangsbeschränkungen durch Aufnahmetests, oder Knock-Out Prüfungen. Studierende, die beeinträchtigt werden, stehen aber noch weiteren physischen Beschränkungen gegenüber; seien es endloslange Stiegen, fehlende Blindenleitsysteme oder eine Erstsprache, die an der Hochschule nicht verstanden wird.

Beeinträchtigung Hochschule

Für Studierende, die beeinträchtigt werden, ist die Hochschule ein Ort mit etlichen Hürden, denn die meisten Gebäude sind alles andere als barrierefrei. Aber alle Räumlichkeiten österreichischer Hochschulen müssen für alle Studierenden problemlos erreichbar und hürdenfrei sein. Da gerade in den alten Gemäuern einiger Universitäten (die meisten Fachhochschulen sind in diesem Punkt bereits wesentlich besser ausgestattet, weil sie großteils neu gebaut wurden), sind viele bauliche Maßnahmen notwendig. Die Frist bis alle diese Maßnahmen beendet werden müssen wurde allerdings beim Loipersdorfer Sparpaket 2010 der Bundesregierung auf 2020 hinausgeschoben
Der VSStÖ setzt sich darüf ein, dass Hochschulen tatsächlich barrierefrei gemacht werden. Das beinhaltet den Auf- und Ausbau des Blindenleitsystems am Boden aller Gänge, sowie die Übersetzung aller Tafeln und Beschriftungen in Brailleschrift. Weiters müssen alle Schilder wegen besserer Lesbarkeit in stark abgegrenzten Farben beschriftet sein und in einer entsprechenden Höhe angebracht werden, sodass sie auch für Rollstuhlfahrer_innen gut lesbar sind. Um sehbeeinträchtigten Studierenden die Arbeit mit ihren Laptops zu ermöglichen, müssen in allen Hörsälen in den ersten Reihen genügend Steckdosen vorhanden sein. Wichtig ist auch, dass Skripten in Form von Audiodateien online gestellt und in Bibliotheken Blindenleseplätze eingerichtet werden.

Zugangsbeschränkung im wahrsten Sinne des Wortes

Für Rollstuhlfahrer_innen muss es jederzeit möglich sein, alle Räumlichkeiten der Hochschulen zu erreichen. Dafür bedarf es Aufzüge, die in alle Stockwerke gelangen und auch an Wochenenden in Betrieb sind, sowie Treppenlifte und Rampen bei allen Stufen. Wichtig bei sämtlichen Aufzügen ist, dass sie unkompliziert  durch eine Sprachsteuerung bedient werden können.

Jeder Hörsaal muss genügend Rollstuhlplätze aufweisen und die zu den Sälen führenden Türen müssen leicht zu öffnen und Griffe in einer für RollstuhlfahrerInnen erreichbaren Höhe angebracht sein. Feuerschutztüren, welche extrem schwer sind, müssen durch einen zusätzlichen Druckknopf geöffnet werden können.

Erstsprache: Gebärdensprache

Hochschulen müssen, um Studierenden mit beeinträchtigtem Hörvermögen den Bürokratie- und Hochschuldschungel zu erleichtern, Gebärdensprachdolmetscher_innen zur Verfügung stellen. Um den Nachwuchs dieser zu fördern, wäre es ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung, verstärkt das Studium Gebärdensprachdolmetsch einzurichten, das es bislang nur als Masterstudium in Graz gibt. Dieses soll auch zum Teil von Gehörlosen unterrichtet werden. Denn, wie alle anderen Fremdsprachen auch, ist die Gebärdensprache am besten von Personen zu erlernen, die diese als Erstsprache haben.

Im Servicebereich findest du hilfreiche Informationen zum Thema Barrierefreiheit

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