MASSNAHME I. BEDINGUNGSLOSE BARRIEREFREIHEIT IN HOCHSCHULGEBÄUDEN & STUDIERENDENWOHNHEIMEN

Barrierefreie Hochschulgebäude sind nicht überall Realität. Als ersten Schritt zur Inklusion von beeinträchtigten Personen ist dies jedoch unumgänglich. Beispielsweise sind Rollstuhlrampen, Lifte, Blindenleitsysteme, barrierefreie Toiletten etc. unverzichtbar. Hörsäle müssen mit Rollstuhlplätzen ausgestattet sein. Auch in Studierendenwohnheimen muss es Zimmer geben, welche für Personen mit physischen Problemen geeignet und mit entsprechender Infrastruktur ausgestattet sind.

MASSNAHME II. LEHRVERANSTALTUNGEN FÜR ALLE ZUGÄNGLICH MACHEN

Um Vorlesungen und Co. auch für Personen mit Seh- und Hörbeeinträchtigungen zugänglich zu machen, müssen Lehrveranstaltungen so abgehalten werden, dass (wenn nötig) die vortragende Person ein Mikrofon trägt und spezielle Kopfhörer an Studierende mit Hörbehinderung vergeben werden. Zusätzlich muss die Österreichische Gebärdensprache (ÖGS) als Selbstverständlichkeit in den Lehrveranstaltungen und Dolmetcher_innen fester Bestandteil jeder Lehrveranstaltung angesehen werden. Außerdem müssen für sehbeeinträchtigte Studierende online Audiostreams von Lehrveranstaltungen abrufbar sein

MASSNAHME III. PRÜFUNGEN FÜR ALLE MÖGLICH MACHEN

Alle Prüfungen müssen in Formen absolvierbar sein, die für alle möglich sind. Keine Prüfung darf nur mündlich oder nur schriftlich stattfinden, sondern muss auf Anfrage so stattfinden, dass beeinträchtigte Personen diese ablegen können.

Auch für Studierende mit psychischen Beeinträchtigungen stellen gerade mündliche Prüfungen oder Referate enorme Stresssituationen dar. Daher muss es auch hier möglich sein, alternative Formen der Benotung zu finden.

MASSNAHME IV. THERAPIE AUF KRANKENSCHEIN & AUSBAU VON THERAPIESTELLEN

Es muss zur Selbstverständlichkeit werden, dass Psychotherapie von der Krankenkasse übernommen wird. Die finanzielle Situation darf nicht ausschlaggebend für die psychische Gesundheit von Menschen sein. Außerdem müssen die Plätze für Therapien massiv aufgestockt werden, da hier ein großer Platzmangel herrscht.

MASSNAHME V. PAUSIERUNG DES STUDIUMS

Für Studierende in schwierigen Lebensphasen oder emotional stressigen Zeiten ist es derzeit nicht möglich, das Studium für bestimmte Zeit zu pausieren, ohne den Verlust der Beihilfen in Kauf zu nehmen. Damit muss Schluss sein! Es muss möglich gemacht werden, sich semesterweise vom Studium freistellen zu lassen.

MASSNAHME VI. ENTSTIGMATISIERUNG

Der wichtigste und entscheidendste Faktor aber ist die dringende Entstigmatisierung von psychischen wie physischen Beeinträchtigungen. Die Tabuisierung in unserer Gesellschaft führt dazu, dass Verbesserungen und Bewusstsein sehr langsam eintreten. Außerdem führt das Tabu dazu, dass Betroffene von psychischen Erkrankungen noch mehr in die Isolation gedrängt werden. Um dies aufzubrechen muss offen über psychische Beeinträchtigungen geredet werden.