AntiRa

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Anti-Rassismus

Diese Form der Unterdrückung und Ausbeutung ist besonders seit Beginn der Neuzeit dokumentiert. Ihre historisch bekannten Wurzeln reichen aber mindestens in die Antike zurück. Der moderne Rassismus bildete sich in der Folge der Aufklärung im 18. Jahrhundert heraus. Führende Theoretiker der westlichen Welt versuchten, die rassischen Unterschiede wissenschaftlich zu erklären. Ausgehend von der generellen Annahme, dass die menschlichen Rassen feststehende und unveränderbare Merkmale aufweisen würden, wie dies etwa Johann Gottfried Herder, Immanuel Kant und Georg Wilhelm Friedrich Hegel postulierten, entwickelte sich der moderne Rassismus, der bestimmten Rassen ihre Vollwertigkeit als Menschen absprach. Einer anderen Gruppe von Menschen wird damit abgesprochen, auf derselben Stufe zu stehen wie man selbst, und es wird ihr zudem abgesprochen, diese Stufe verlassen zu können.

Rassismus ist ein weltumspannendes Phänomen, dass unter anderem mit der Hybris von Menschen auf der einen, und mit der Gehorsamkeit von Menschen auf der anderen Seite zu tun hat. Stereotype Vorurteile, Illusionen und Klischees begleiten in der Regel diese Attitüden. Rassismus betrifft generell das Verhältnis gegenüber dem “Anderen” und “Fremden”. Wobei es immer um eigene existentielle Ängste geht, die man verdrängt, indem man scheinbar oder offensichtlich Schwächere mehr oder weniger drangsaliert. Man sucht sich sogenannte Prügelknaben oder Sündenböcke zur Bewältigung des eigenen Alltags. Es geht also nicht nur um Menschengruppen, sondern auch um Aggression und Ausgrenzung gegenüber dem Einzelnen.

Seit 1995 (Unesco, Deklaration von Schlaining) wird nicht nur jede genetische, sondern auch jede soziologische Ableitung der Kategorie “Rasse” nachvollziehbar in Frage gestellt:

  • Kriterien, anhand derer Rassen definiert werden, sind beliebig wählbar.
  • Die genetischen Unterschiede zwischen Menschen innerhalb einer “Rasse” sind im Durchschnitt quantitativ größer als die genetischen Unterschiede zwischen verschiedenen “Rassen”.
  • Von ausgeprägten Körpereigenschaften wie der Hautfarbe ist kein Schluss auf andere Eigenschaften und keine Bewertung derselben möglich.

Formen von Rassismus

  • Rassistische Vorurteile: Vorgefertigte Meinungen über Personen aufgrund ihrer Zuordnung zu einer “Rasse”. Beispiel: Person A denkt, dass Person B die Eigenschaft X hat, weil sie zur “Rasse” Y gehört.
  • Rassistische Diskriminierung: Die unterschiedliche Behandlung von Menschen aufgrund äußerlicher Merkmale, wie z.B. der Hautfarbe. Beispiel: Person A weigert sich, Person B einzustellen, weil Person B zur “Rasse” Y gehört.
  • Institutioneller Rassismus (strukturelle Diskriminierung): Ungleichbehandlung durch öffentliche Stellen und große Organisationen aufgrund der “Rassenzugehörigkeit”.
  • Pseudowissenschaftliche Rassentheorien: Im Interesse politischer Kräfte entwickelte scheinwissenschaftliche Theorien, die die Überlegenheit bestimmter Rassen über andere untermauern sollen, z.B. die Hamitentheorie des Afrikanisten Carl Meinhof oder die Rassenlehre des Nationalsozialismus.
  • Kultureller Rassismus: Der moderne Rassismus bedient sich oftmals des Begriffs verschiedener “Kulturen”, nachdem der klassische Rassismus als unwissenschaftlich entlarvt wurde. Beispiele: “Die Polen stehlen”, “Die Araber sind frauenfeindlich”, “Afrikaner sind besonders aggressiv” – der französische Philosoph Étienne Balibar nennt dieses Phänomen “Rassismus ohne Rassen”.
  • Alltagsrassismus: Ist die Übernahme von Rassismus in alltägliche Situationen durch Denk- und Handlungsformen, die die dahinter liegenden Machtstrukturen stabilisieren und verfestigen. In dieser Form wird Rassismus nicht mehr hinterfragt, sondern von herrschenden Gruppen als “normal” hingenommen.

Alltagsrassismus & Vorurteile

Vorurteile sind der Grundstein für Rassismus. Falsche Tatsachen werden durch die Gesellschaft transportiert und führen dazu, dass diese fälschlicherweise häufig als wahr angesehen werden. Vorurteile werden oft ungeprüft übernommen und im Alltag gegen bestimmte Gesellschaftsgruppen verwendet, dass viele Vorurteile jedoch einfach nicht der Wahrheit entsprechen ist vielen nicht bewusst. Jedoch jede_r hat, negative sowie positive Vorurteile. Positive Vorurteile richten keinen Schaden an. Glaubt beispielsweise jemand, dass alle Italiener gute Köche sind, so ist das zwar eine falsche Annahme, diskriminiert jedoch niemanden. Vorurteile sind vorschnelle, meist auf ein ganzes Volk oder eine bestimmte Gruppe umgelegte Urteile. Werden Vorurteile von einem Großteil der Bevölkerung vertreten, so richten sie Schaden an und bilden einen idealen Nährboden für Rassismus.

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