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Am 12. November jährt sich zum 103.Mal der Tag der Republik. An diesem Tag wurde die Republik „Deutschösterreich“, dier Erste Republik, ausgerufen. Diesen Namen trug die Republik bis zum Staatsvertrag von St. Germain. Das allgemeine Wahlrecht für Frauen und Männer sowie das Recht auf die Gründung von Betriebsräten wurde durch die Arbeiter*innenbewegung erkämpft. Während der Feierlichkeiten kam es zu Tumulten, welche auch Tote und Verletzte zur Folge hatten. Von Anfang an standen sich bürgerliche, konservative, klerikale Kräfte und die Arbeiter*innen gegenüber. Die Sozialdemokratie und ihre Gründer*innen haben durch ihren unermüdlichen Einsatz für Zusammenhalt, Solidarität, Gerechtigkeit, Frieden und Demokratie wesentlich dazu beigetragen, dass 1918 mit maßgeblicher Beteiligung von Victor Adler, Karl Renner und Ferdinand Hanusch die erste demokratische Republik ausgerufen werden konnte.

Victor Adler, der auch als einer der Gründerväter der Sozialdemokratie bekannt ist, hat einen Kampf um eine friedliche Demokratie geführt und sich für das allgemeine Wahlrecht eingesetzt. Als Außenminister war er jedoch nur wenige Tage im Amt, bevor er ausgerechnet am Tag vor der Ausrufung der Republik nach schwerer Krankheit verstorben war. Der Zerfall der Habsburger Monarchie war für Adler „eine Teilerscheinung des allgemeinen Sieges der Demokratie“ in der ganzen Kulturwelt, die es ermöglichen werde, „auf den Trümmern der kapitalistischen Weltordnung den Sozialismus aufzurichten“[1]. Gemeinsam mit Karl Renner, der der erste Staatskanzler der Republik wurde, und Ferdinand Hanusch konnte er wesentliche Vorarbeiten für die Gründung der Republik leisten. Weiters war es Hanusch, dem wir mit seiner Sozialpolitik die Grundlagen unseren modernen Sozialstaates zu verdanken haben: 8-Stunden-Tag, Arbeitslosenversicherungsgesetz, Urlaubsregelung, Sonn- und Feiertagsruhe etc.

Als VSStÖ ist es uns daher auch wichtig, an so einem Tag darauf aufmerksam zu machen, dass die Demokratie ein hohes Gut ist, das wir beschützen und täglich einfordern müssen. Meinungs- und Pressefreiheit sowie die Rechte für Arbeiter*innen sind nicht vom Himmel gefallen und müssen weiterhin erkämpft und verteidigt werden müssen. Der 12. November ist somit ein Meilenstein der Geschichte – ein Tag, an dem wir auch der Republiksgründung 1918 gedenken wollen und daran erinnern, dass es die Demokratie in Österreich in der heutigen Form ohne den Einsatz und die Arbeit vieler Sozialdemokrat*innen nicht geben würde.

Mehr über den 12. November 1918 und die sozialdemokratischen Gründungsväter der Republik, insbesondere Victor Adler, findet ihr hier: